Dienstag, 19. September 2017

Rezension ♣ Pandora - Wovon träumst du? (Eva Siegmund)

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Titel: Pandora - Wovon träumst du?
Autorin: Eva Siegmund
Reihe: Die Pandora-Reihe, Band 1
Genre: Dystopie, Mystery
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 11. April 2016
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 496 Seiten
Preis: 12,99€
ISBN: 978-3-570-31059-5







Beschreibung
Sophie lebt in einer Welt, in der alle durch einen Chip im Kopf jederzeit unbeschwert online gehen können. Als sie erfährt, dass sie adoptiert ist und eine Zwillingsschwester hat, erkunden die Mädchen damit ihre Vergangenheit – und stoßen schon bald auf seltsame Geheimnisse. Ihre Recherchen bringen den Sandman auf ihre Spur. Er will die Menschheit mithilfe eines perfekt getarnten Überwachungssystems beherrschen, und nur die Zwillinge können ihn und seine allmächtige NeuroLink Solutions Inc. zu Fall bringen. Doch das bringt sie in höchste Gefahr...
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Zum Buch
Pandora spielt in einer dystophischen Zukunft. Elizabeth, bevorzugt Liz genannt, und Sophie werden eines Tages von einem Notar bestellt. Dort finden sie heraus, dass sie Zwillinge sind – schwer zu übersehen – die als Kleinkinder getrennt und zur Adoption aufgegeben wurden. Erster Schock: Die Familien, bei denen sie aufgewachsen sind, haben sie ihr Leben lang belogen. Doch es kommt schlimmer: Ihre leiblichen Eltern, Sebastian und Helena Zweig, sind verstorben. Sebastian soll angeblich Helena ermordet haben und starb im Gefängnis an so etwas simplen wie Krebs – eine Krankheit, die eigentlich längst ausgerottet wurde. Die Geschwister erhalten neben dem Geldkonto, auf das sie allerdings noch keinen Zugriff haben, einige Gegenstände aus Sebastians Besitz: einen blutigen Kittel, ein Foto und eine Sanduhr.
Zuerst kommen sich die Schwestern nur wenig näher, da sie aus ganz unterschiedlichen Milieus stammen. Sophie, die schon ihre Adoptivmutter verloren hat, wohnt mit ihrem Adoptivvater und Kater in einer kleinen Wohnung in ärmlichen Verhältnissen. Leider erfährt man nur sehr wenig über ihr Leben dort oder ihren Vater. Das Gleiche gilt für Liz‘ Eltern. Die tauchen nicht ein einziges Mal auf, da sie im Ausland auf Geschäftsreise sind. Liz wohnt in einem großen Anwesen mit ihrem Hund, ihren Bodyguard und ihrer Haushaltshilfe, die beide zu ihren Vertrauten gehören.

Da Sophie und Liz mehr über ihre leiblichen Eltern herausfinden wollen, beschliessen sie, nach ihnen zu „seekern“ und stoßen dabei auf NeuroLink. Das ist die Firma, die die Chips herstellt, die den Menschen eingesetzt werden. Aktiviert wirken sie wie ein zusätzlicher Bildschirm im Kopf, durch den man mittels der Stimme Nachrichten schreiben, Anrufe tätigen, im Internet surfen, etc. kann. Nachts werden dafür Träume eingeblendet, die von großen Firmen stammen und als Werbung dienen.
Sophie sieht, nachdem sie nach ihrem Vater seekert, eine Art Film, der sich allerdings sehr real anfühlt. In ihm ermordet Sebastian seine Frau, zumindest scheint es so, denn ein Teil des Film wurde herausgeschnitten. In den nachfolgenden Nächten hat Sophie reale Albträume, in denen sie den Mord immer wieder miterlebt.
Die Zwillinge beginnen, nachzuforschen. Zuerst bei der alten Arbeitsstelle ihrer Mutter – einer Untergrundorganisation und Redaktion gegen die Chips und NeuroLink. Später beo NeuroLink selbst, denn dort hat ihr Vater gearbeitet. Unterstützt werden sie von Sash, einen Hacker, der Helena kannte. Gemeinsam begeben sie sich auf mehrere kleine Abenteuer und stoßen auf eine Verschwörung, die sie mit jeder neuen Entdeckung mehr in Gefahr bringt.

Die Charaktere bleiben sehr oberflächlich und klischeehaft und entwickeln sich kaum weiter. Es gibt – nicht zuletzt aufgrund der vielen Unterschiede zwischen Sophie und Liz – oft Streitereien zwischen den beiden, die aber auf unnötigen Gründen beruhen. Ich verstehe, was die Autorin damit aufzeigen wollte, dennoch schienen diese mitsamt der Problemlösung wenig realitätsnah. Allgemein schien die Handlung eher langsam vorranzugehen. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich immer im Kreis dreht, da alles nach dem selben Muster verlief und die beiden nur minimal weiter kamen. Dadurch ging auch viel der anfänglichen Spannung verloren.
Auch vom Ende habe ich mir mehr versprochen. Die Enthüllung und endgültige Lösung erschien mir, dafür, dass die gesamte Handlung über diese Sache mysteriös verschleiert hat, zu unspektakulär und vorhersehbar.


Fazit
Die Idee an sich – Träume, die gesteuert werden, noch dazu die Einmischung des Sandmanns – fand ich unglaublich interessant und ich kenne auch kein Buch, das diese Thematik behandelt. Das vielversprechende Potential wurde aber leider nicht vollständig ausgeschöpft. Trotz allem ist Pandora eine nette Unterhaltung für zwischendurch, vor allem für diejenigen, die das Thema ebenso spannend finden wie ich.


Bewertung
Cover: ●●●●●
Schreibstil: ●●◐○○
Idee: ●●●●○
Charaktere: ●●◐○○
Spannung: ●●◐○○
Handlung: ●●◐○○

Insgesamte Wertung: 5,6 / 10       (gefühlt: 5 / 10)


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Mittwoch, 6. September 2017

Rezension ♣ Fünf (Ursula Poznanski)

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Titel: Fünf
Autorin: Ursula Poznanski
Reihe: Kaspary & Wenniger ermitteln, Band 1
Genre: Krimi / Thriller
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2013
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 384 Seiten
Preis: 9,99€
ISBN: 978-3499257568







Beschreibung
Ein Spiel mit Namen Tod.
Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. Sie führen zu einer Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und zu einem Rätsel, dessen Lösung wiederum zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. Es ist ein blutiges Spiel, auf das sich das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger einlassen muss. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, die Morde folgen immer schneller aufeinander. Den Ermittlern läuft die Zeit davon. Sie ahnen, dass erst die letzte Station der Jagd das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird...
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Zum Buch
Von Ursula Poznasnki habe ich bisher nur Erebos gelesen, wollte aber schon seit langem weitere Bücher von ihr lesen. Fünf hat mich durch die Kurzbeschreibung neugierig gemacht. Man verfolgt Beatrice Kaspary und ihren Partner Florin Wenniger bei einem Fall, der es in sich hat: Eine Frau wurde mit eintätowierten Koordinaten aufgefunden, an diesem Ort finden die Ermittler ein Körperteil und weitere Koordinaten, und so weiter. Eine Schnitzeljagd der blutigen Art. Die Zeugen, die Beatrice und Florin vernehmen werden nach und nach ebenfalls tot aufgefunden. Wie stehen sie in Beziehung zueinander? Können die beiden dem Täter rechtzeitig das Handwerk legen, bevor sie sich selbst in Gefahr bringen?

Beatrice hat einige Lasten zu tragen. Sie ist eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Ihr Ex-Mann Achim macht ihr permanent Vorwürfe, sie würde den Job vorziehen und sich nicht gut genug um die Kinder kümmern. Von ihrem Vorgesetzten wird Beatrice auch nicht ernst genommen und fast schon schikaniert. Außerdem hat sie mit etwas aus ihrer Vergangenheit noch nicht abgeschlossen und dieses Ereignis verfolgt sie auch während der Ermittlungen. Trotz all ihrer Probleme ist Beatrice eine starke und selbstbewusste Frau, die manchmal auch an sich selbst zweifelt, ihre Schwächen aber kennt.
Florin ist ein sehr fürsorglicher Partner, dem sich Beatrice anvertrauen kann und der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Während der Fälle vertraut er ihrem Gespür und kann sich sehr gut in die Zeugen hineinversetzten, weshalb er es auch ist, der meistens die Gespräche führt. Die beiden bilden ein eingespieltes Team und die Beziehung zwischen den beiden hat mir sehr gefallen.
Ursula Poznanski hat es geschafft, alle (oder wenigstens die meisten) Charaktere mehrschichtig und dreidimensional darzustellen. Insbesondere hat mir da auch Stefan gefallen, der mit seiner offenen und lebhaften Art alles etwas positiver macht. Da er sich mit Geocaching auskennt, greift er Beatrice und Florin unter die Arme. Somit wird auch gut erklärt, was Geocaching ist und wie es funktioniert.

Die Handlung war fesselnd und ich wollte unbedingt wissen, wer der Täter ist. Ich hatte mehrere Vermutungen, diese stellten sich allerdings als falsch heraus. Für mich jedenfalls war das Ende unvorhersehbar. Der Fall wurde gut aufgeklärt und abgeschlossen. Es gab keine Stelle, in der ich mich gelangweilt habe, nur gibt es immer wieder ein ähnliches Muster, das die Ermittler verfolgen.


Fazit
Geocaching in einen Thriller einzubauen ist eine sehr interessante Idee, die mir persönlich viel Spaß gemacht hat. Fünf ist packend geschrieben und konzentriert sich nicht nur auf den Fall, sondern auch auf die Protagonistin. Somit konnte ich eine Beziehung zu Beatrice aufbauen und verstehen, warum sie wie handelt. Einziger Minuspunkt ist, dass sich die Ermittlungen etwas im Kreis drehen, da das Geocaching und das Vernehmen der neuen Zeugen immer nach dem selben Muster abläuft. Das dämpft die Spannung ein bisschen. Nichtsdestotrotz konnte mich Fünf fesseln und ich freue mich schon darauf, die nächsten Bände der Reihe zu lesen.


Bewertung
Cover: ●●●●○
Schreibstil: ●●●●●
Idee: ●●●●●
Charaktere: ●●●●○
Spannung: ●●●◐○
Handlung: ●●●◐○

Insgesamte Wertung: 8,4 / 10       (gefühlt: 8,5 / 10)


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Sonntag, 27. August 2017

Rezension ♣ All The Bright Places (Jennifer Niven)

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Titel: All The Bright Places
Deutscher Titel: All die verdammt perfekten Tage
Autorin: Jennifer Niven
Reihe: -
Genre: Contemporary
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 08. Januar 2015
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 432
Preis: 8,49€
ISBN: 978-0-14-135703-4
Englisch-Level: ●○○






Beschreibung
Theodore Finch is fascinated by death, and he constantly thinks of ways he might kill himself. But each time, something good, no matter how small, stops him.

Violet Markey lives for the future, counting the days until graduation, when she can escape her Indiana town and her aching grief in the wake of her sister's recent death.

When Finch and Violet meet on the ledge of the bell tower at school, it's unclear who saves whom. And when they pair up on a project to discover the 'natural wonders' of their state, both Finch and Violet make more important discoveries: It's only with Violet that Finch can be himself - a weird, funny, live-out-loud guy who's not such a freak after all. And it's only with Finch that Violet can forget to count away the days and start living them. But as Violet's world grows, Finch's begins to shrink. How far will Violet go to save the boy she has come to love?
Textquelle*


Zum Buch
All The Bright Places erzählt die Geschichte von Theodore Finch und Violet Markey. Beide denken über Selbstmord nach und begegnen sich auf dem Bell Tower ihrer Schule. Finch, der eher ein Außenseiter ist und den alle nur "Freak" nennen, kann Violet davon abhalten, tatsächlich zu springen. Zusätzlich dazu werden sie auch Projektpartner und müssen zusammen Orte in Indiana besuchen und dokumentieren. Dabei kommen sie sich näher, und während sich Violet weiterentwickelt, verliert sich Finch immer mehr.

Finch ist ein Einzelgänger und Außenseiter. Er lebt mit seiner Mutter und zwei Schwestern. Sein Vater hat ihn früher misshandelt wenn er getrunken hat und lebt mittlerweile mit einer neuen, jüngeren Frau und deren gemeinsamen Sohn zusammen. Finch's Familienverhältnisse sind also nicht gerade optimal, zumal sich keiner wirklich um ihn sorgt. Es wird im Buch nicht explizit gesagt, aber als Leser hat man den Eindruck, dass er an Depression, einer bipolaren Störung, oder ähnliches leidet. Er sucht nach vielen Fakten über Selbstmorde, er schläft nicht, er schlüpft in verschiedene Persönlichkeiten wie beispielsweise Nerd Finch, Athlet Finch, etc. Trotzdem hat er eine sehr extrovertierte Persönlichkeit und probiert vieles aus. Im Umgang mit Violet ist er sehr positiv und unterstützend.

Violet ist ein hübsches und recht populäres Mädchen. Doch auch sie hat Lasten zu tragen. Ihre Schwester starb bei einem Autounfall, während Violet überlebte. Sie fühlt sich schuldig und versucht ihre Schwester am Leben zu erhalten, indem sie sich ihr anpasst. Sie lebt in sehr guten Familienverhältnissen, doch alle fassen sie wie mit Samthandschuhen an. Sie ist eher verschlossen und zweifelt an sich, reagiert aber auch abweisend. Vor dem Unfall hatten die beiden Schwestern einen Blog und Violet liebte das Schreiben. Aber jetzt bekommt sie einfach nichts auf die Reihe und sieht auch keinen Sinn mehr, auf ihr Lieblingscollege zu gehen. Überhaupt kann und will sie an eine Zukunft nicht denken.

Die Beziehung zwischen den beiden lässt sich mit "insta-love" ganz gut beschreiben. Am Anfang will Violet nichts mit Finch zu tun haben, aber nachdem sie die ersten Orte besuchen und sich einander anvertrauen (Dabei hatte ich das Gefühl, dass Finch etwas obsessed mit Violet ist und sie mehr oder weniger dazu drängt, ihm alles zu erzählen) kommen sie sich näher und von dem einen zum anderen Kapitel sind sie plötzlich in einer Beziehung. Weiterhin kam es mir so vor, als hätte die Autorin den Charakteren diese schlimmen Hintergrundgeschichten nur geschrieben, damit die Handlung extra tragisch und dramatisch ist. Es wirkte auf mich einfach zu gekünstelt. Mit beiden Hauptcharakteren wurde ich auch nicht richtig warm. Ich mochte sie zwar schon, aber irgendwas hat mich dann doch immer gestört. Die Nebencharaktere blieben schwach ausgebaut und klischeehaft, auch die Erwachsenen waren nur wenig hilfreich. Das Ende konnte mich ebenfalls nicht ganz zufriendenstellen, ich kann aber nachvollziehen, warum die Autorin diesen Ausgang gewählt hat.


Fazit
All The Bright Places war ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe. Vielleicht habe ich mir von dem ganzen Hype auch zu viel versprochen, mich haben besonders die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander enttäuscht. Mehr Tiefgang und ein etwas schnelleres Pacing hätte der Story gut getan. Inspirierend fand ich allerdings das Erkunden von Orten und was Finch und Violet dabei erlebt haben. Das Buch war nicht schlecht, konnte mich aber leider nicht in den Bann ziehen.


Bewertung
Cover: ●●●●○
Schreibstil: ●●●●○
Idee: ●●●●○
Charaktere: ●●◐○○
Spannung: ●●◐○○
Handlung: ●●●○○

Insgesamte Wertung: 6,4 / 10       (gefühlt: 6 / 10)


Mehr Infos
Zum Buch
Zur Autorin

 *Bild- und Textquelle: https://www.penguin.co.uk/books/275029/all-the-bright-places/

Freitag, 18. August 2017

Rezension ♣ Schuld und Menschlichkeit (Constantin Himmelried)


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Titel: Schuld und Menschlichkeit - Justizfälle über Moral und Gerechtigkeit
Autor: Constantin Himmelried
Reihe: -
Genre: Krimi
Verlag: Tredition
Erscheinungsdatum: 08. Februar 2017
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 284
Preis: 12,99€
ISBN: 978-3-7345-9349-9
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Beschreibung
Die Fälle, die hier erzählt werden, beruhen auf wahren Begebenheiten. Sie ermöglichen Ihnen einen tiefen Einblick in die Justizvollzugsanstalten und in das deutsche Rechtssystem.

Ein Killer feuert in der Öffentlichkeit neun Mal in das Gesicht seines Opfers. Seine Strafe: sechs Jahre Haft. Ein unscheinbarer Gefangener muss am Tag seiner Freilassung zurück ins Gefängnis und begeht Selbstmord. Ein Vergewaltiger will seine Tat nicht eingestehen und akzeptiert eine höhere Strafe, die er ohne Bewährung bis zum Schluss absitzt. Dann trifft er einen alten Freund. Ein Schleuser, der acht Frauen unter lebensgefährlichen Umständen nach Deutschland geschleppt hatte, kommt mit einer Geldstrafe davon.

Aus der Presse entnehmen Sie nur die Schlagzeilen: den Beginn des Prozesses, den Verdacht der Staatsanwaltschaft und am Ende die Verurteilung. Nicht immer bestätigt sich der Verdacht der Staatsanwaltschaft, nicht immer findet eine tatsächliche Verteidigung statt. Dieses Buch wird Ihnen einen Einblick in den Alltag von Strafprozessen und der Handhabung von Urteilen geben. Und Sie werden erstaunt sein, vielleicht erschrocken, wie das Justizsystem tatsächlich funktioniert. Schuld & Menschlichkeit erzählt die Geschichte hinter der Geschichte. Der Leser erfährt, was wirklich geschah. Warum die Strafen so ausgefallen sind. Und dass hinter jedem einzelnen Schicksal weit mehr steckt, als nur die Schlagzeile in der Zeitung. 


Zum Buch
In Schuld und Menschlichkeit werden vier Einzelschicksale erzählt. Dabei handelt es sich um tatsächliche Ereignisse, die allerdings so verändert und fiktiv erzählt werden, dass man nicht auf die ursprünglichen Fälle zurückgreifen kann. Auf die einzelnen Geschichten möchte ich gar nicht genauer eingehen um nicht zu viel zu verraten. Die Fälle sind alle spannend und ich für meinen Teil wollte immer unbedingt wissen, wie es ausgeht und welche Wahrheit dahinter steckt.

In den Geschichten wird jeweils auf die Vorwürfe bzw. die Verurteilung eingegangen, danach folgt der Prozess, in dem der Fall nach und nach aufgeklärt wird. Es wird sich Zeit genommen, die verschiedenen Positionen, Aufgaben und Abläufe eines solchen Prozesses zu erklären. Ebenfalls gewinnt der Leser Einblicke in den Alltag im Gefängnis und wie es hinter Gittern abläuft. Diese Eindrücke empfand ich als sehr interessant, auch die Erläuterungen waren für einen Laien sehr gut verständlich.

Es ist erschreckend, wie schnell und einfach Fehler unterlaufen können und Unschuldige verurteilt werden. Jedoch kamen mir auch einige Sachen etwas zu überspitzt dargestellt oder die Lösungsfindung zu einfach vor.
Ein weiterer Punkt der mich etwas gestört hat, waren die Formatierung und der Schreibstil. Vor allem ersteres hat meinen Lesefluss, besonders bei der ersten Geschichte, verlangsamt. Die Schrift und Zeilenabstände sind relativ groß gehalten und da es viele Absätze gibt, hat mich das zunächst aus dem Konzept gebracht. Nach und nach habe ich mich allerdings daran gewöhnt.


Fazit
Die Geschichten sind spannend und man kann sie aufgrund ihrer Kürze schnell durchlesen. Für jeden, der gerne Krimis liest/schaut und daran interessiert ist, wie das deutsche Rechtssystem funktioniert, ist Schuld und Menschlichkeit empfehlenswert!


Bewertung
Cover:
Schreibstil:
Idee:
Charaktere:
Spannung:
Handlung:

Insgesamte Wertung: 6,6 / 10       (gefühlt: 6 / 10)


Mehr Infos
Zum Buch (mit Leseprobe)
Zum Autor

 *Bild- und Textquelle: https://tredition.de/autoren/constantin-himmelried-19866/schuld-und-menschlichkeit-paperback-89110/