Samstag, 28. April 2012

Rezension ♣ Erebos - Ursula Poznanski


Bildquelle*

Titel: Erebos
Autor: Ursula Poznanski
Genre: Jugendbuch / Mystery / Fantasy
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 06.06.2011
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 488
Preis: 9,95€
ISBN: 3-7855-7361-8




Kurzbeschreibung:
Erebos ist ein Spiel.
Es beobachtet dich,
es spricht mit dir,
es belohnt dich,
es prüft dich,
es droht dir.
Erebos hat ein Ziel.
Es will töten.

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten.
Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos – bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen …
Gestaltung:
Das Cover ist in Wirklichkeit heller als auf den Bildern im Internet. Vorne wie auch hinten sieht man zwei Augen - ein rechtes und ein linkes - die, wie auch die Schriftzüge, durchgestanzt und erfühlbar sind. Der Buchrücken ist, anders wie der Rest, schwarz statt rot und insgesamt wurde das Buch so gestaltet, dass es ziemlich 'verwahrlost' ist. Die Gestaltung sticht einfach ein wenig aus der normalen Masse hinaus und passt super gut zum Inhalt.

Erste Sätze:
»Schon zehn Minuten nach drei und noch keine Spur von Colin. Nick ließ den Basketball auf dem Asphalt aufschlagen, fing ihn einmal mit der rechten, dann mit der linken, dann wieder mit der rechten Hand auf. Ein kurzes, singendes Dröhnen bei jeder Bodenberührung.«

Zum Buch:
An Nicks Schule verhalten sich die Schüler seltsam: Sie wirken müde, verängstigt oder kommen gar nicht erst in die Schule und niemand will darüber reden. Bald bemerkt Nick, dass irgendetwas herumgegeben wird: ein Computerspiel. Doch ihm wird schnell klar, dass es kein normales Computerspiel ist. Es weiß, wer du bist. Es weiß, was du machst. Es weiß, was du dir wünschst. Nick gerät immer tiefer in die Spielwelt und vernachlässigt nicht nur die Schule, sondern auch seine Freunde. Erebos vermischt Spiel mit Realität, denn um ein Level aufzusteigen, muss man Aufträge in der Wirklichkeit erfüllen. Anfangs sind die Aufträge noch harmlos, doch dann trägt es Nick auf, einen Menschen umzubringen...

Als ich mit Erebos angefangen habe, war ich noch ziemlich skeptisch bezüglich des Schreibstils. Das hat sich jedoch nach den ersten Kapiteln gelegt und ich war überrascht, wie schnell und vor allem wie viel ich schon gelesen hatte. 
Wenn Nick spielt, sieht man alles über Sarius, seinen Spielcharakter und ist dadurch mitten in Erebos. Das hat mich irgendwie fasziniert, denn so hatte man das Gefühl, dass man das Spiel selbst spielt. Diese fiktive Welt wurde sehr detailliert und liebevoll beschrieben, genauso wie die Gefühle, die Sarius und Nick währenddessen haben. Das Buch wurde für mich aber erst nach ungefähr der Mitte richtig spannend. Desto mehr die Geschichte auf das Ende zugeht, umso weniger will man Erebos aus der Hand legen. Es gibt zum Schluss überraschte Handlungen, die man so nie erwartet hat. 
Alles in allem finde ich die Idee zum Buch großartig und auch, dass die Autorin die griechische Mythologie und das Problem Spielsucht anspricht, finde ich gut gelungen. Erebos ist ein tolles Buch, das man gerne verfolgt hat. Es war interessant aber - bis auf das wirklich tolle Ende - nicht wirklich packend.

Sonstiges:
Erebos hat unter anderem den deutschen Jugendliteraturpreis 2011 gewonnen. Weitere Bücher von Ursula Poznanski sind Saeculum und Fünf.

Über die Autorin:
Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach dem Erfolges ihres ersten Jugendbuchs Erebos, das in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt und u. a. für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde, wagte sie den Sprung ins hauptberufliche Autorenleben.

Zitate:
»Am Ende sterben wir alle. Seltsam, dass die meisten solch ein Aufhebens darum machen, ob es nun früher oder später passiert.« (Seite 82)
»"Schön und gut. [...] aber was machen wir jetzt mit unserem Wissen?" - "Wir genießen, dass wir so schlau sind."« (Seite 383)
»Loslassen ist einfach, wenn man sich erst einmal dazu entschlossen hat.« (Seite 466)

Bewertung:
Cover: ●●●●●
Schreibstil: ●●●◐○
Idee: ●●●●○   
Humor: ●○○○○
Spannung: ●●●◐○
Romantik: ●●●○○
Handlung: ●●●●○

Insgesamte Wertung: 8 / 10

Mehr Infos:
Buchtrailer

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*Bild- und Textquelle: http://www.loewe-verlag.de/titel/titel-13328_erebos.html

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