Dienstag, 24. Juli 2012

Rezension ♣ Schattengeboren - Alison Sinclair

Bildquelle*

Titel: Schattengeboren
Autorin: Alison Sinclair
Genre: High Fantasy
Verlag: LYX
Erscheinungsdatum: 08.03.2012
Format: Klappenbroschur
Seitenzahl: 506
Preis: 9,99€
ISBN: 978-3-8025-8337-7



Schattengeboren ist der 3. Teil einer Reihe - die Rezension kann Spoiler zu den vorherigen Bänden enthalten.

Kurzbeschreibung:
Den Schattengeborenen ist es durch Verrat gelungen, einen Keil zwischen Nacht- und Lichtgeborene zu treiben. Während in Minhorne ein Bürgerkrieg droht, kämpft der rebellische Baron Ishmael di Studier in den Grenzgebieten eine blutige Schlacht gegen die Schattenkreaturen. Dabei gerät er in die Fänge des Feindes und muss entsetzt begreifen, dass sein Weg ihn direkt an die Quelle des grausamen Fluchs geführt hat, der die Menschen einst zu Licht- und Nachtgeborenen machte.
Quelle*

Gestaltung:
Diesmal gibt es größere Unterschiede bei den Covern. Man erkennt, dass das deutsche Cover wie die Vorgänger auch an das Original angelehnt ist, jedoch ist diesmal die ganze Kleidung und Pose anders. Es sieht trotz der Veränderungen schön aus, aber ich frage mich schon die ganze Zeit, welcher Charakter dargestellt werden soll. Insgesamt kommen im Buch nur drei schattengeborene Frauen vor und keine von ihnen spielt eine größere Rolle, beziehungsweise kommen alle drei nicht allzu oft vor.
Der Titel ist wieder etwas beschichtet und glänzt ein wenig. Auch gibt es wieder eine hübsche Innengestaltung - diesmal sogar mit der Dame auf dem Cover. Insgesamt ist die Gestaltung genauso schön und liebevoll wie bei den vorherigen Bänden.

Erste Sätze:
»Diese Reiter sind gut, dachte Ishmael di Studier kläglich. Anderenfalls hätte er sie gehört, bevor sie ihn fast erreicht hatten, selbst auf dieser gewundenen alten Poststraße durch die hügelige Landschaft. Und dann wäre er weit außerhalb der Reichweite ihres Sonars hinter der Mauer am anderen Ende des Feldes verborgen gewesen, statt bewegungslos bloße zwanzig Meter von der Straße entfernt in einer Senke hinter einer Grenzmarkierung zu hocken und zu hoffen, für einen Fels gehalten zu werden.«

Zum Buch:
Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass ich die Kurzbeschreibung einfach toll finde: Sie erzählt das Wichtigste der Handlung ohne das auch nur ein Ding dessen verraten wird. So sollte jede Kurzbeschreibung sein.
Im Groben geht es im abschließenden Band der Trilogie um den Konflikt und vor allem den Kampf zwischen den Schattengeborenen und den Nachtgeborenen und Lichtgeborenen. Die ersten Seiten liest man aus Ishmaels und Balthasars Sicht und wird prompt mit dem ersten Kampf überrascht. Der Zeitraum davor war zwar für meinen Geschmack etwas langatmig, aber dennoch recht interessant, da man unter anderem neue Charaktere kennenlernt. Super fand ich außerdem, dass man - wie im späteren Verlauf der Handlung auch - die wichtigen Momente aus Band zwei, wie beispielsweise der Angriff auf die Lichtgeborenen, aus der Sicht der nachtgeborenen Hauptfiguren erlebt hat, beziehungsweise ihre Gedanken und Reaktionen darauf.
Später liest man das Buch auch aus der Sicht von Telmaine und natürlich den lichtgeborenen Fejelis, Tammorn und Floria, was das ganze Buch sehr unterhaltsam gemacht hat.
Schattengeborenen hat mich zwar nicht so begeistert wie sein Vorgänger, jedoch hatte das Buch einige interessante und spannende Szenen zu bieten - vor allem am Ende ging es noch einmal richtig zur Sache. Es war zudem auch schön, endlich die ganze Hintergrundgeschichte zu den Schattengeborenen zu erfahren. Auch waren einige Schattengeborene sehr sympathisch und liebenswert.
Das Ende blieb relativ offen, allerdings hat man schon eine gewisse Ahnung, in welche Richtung die Geschichte weiter gehen könnte. Ich persönlich finde es nicht schlimm, denn so kann man sich als Leser selbst erdenken, wie das alles ausgeht.

Obwohl Schattengeboren nicht ganz so fesselnd war, habe ich mich während des Lesens total geborgen gefühlt, da ich so vertraut mit den Schreibstil und besonders den Charakteren war. Auch hat die Atmosphäre gestimmt. Es war ein geradezu magisches Lesevergnügen.

Sonstiges:
Schattengeboren (Originaltitel: Shadowborn) wurde von Alison Sinclair geschrieben und ist der dritte Teil einer Trilogie. Die Vorgänger sind Nachtgeboren (Originaltitel: Nightborn) und Lichtgeboren (Originaltitel: Lightborn). Rezensionen dafür findet ihr hier und hier.

Über die Autorin:
Alison Sinclair ist in Edinburgh aufgewachsen und hat in Kanada, den USA und Großbritannien gelebt. Sie besitzt drei Universitätsabschlüsse und arbeitet gegenwärtig an der Universität McGill in Montreal. Ihr erster Roman wurde 1995 veröffentlicht.

Zitate:
»Ich fordere meinen Tod nicht heraus, ich habe noch viel zu viele ungelesene Bücher.« (Seite 89)
»Ein Erwachsener mochte die Wünsche eines Kindes aus Liebe missachten; als Vater zweier lebhafter kleiner Mädchen tat er dies häufiger, als er es je gewollt hatte.« (Seite 176)
»Ich würde mir das Gleiche wünschen [...] wenn ich dächte, dass dieser Wunsch in Erfüllung ginge.« (Seite 288)
»Helenja sah aus, als habe eine Topfpflanze mit ihren Blättern geraschelt und dabei laut gesprochen.« (Seite 325)
»Wir leben in einem Gleichgewicht von Spannungen und Gegensätzen und schätzen es nicht, wenn es durcheinander gebracht wird.« (Seite 369)
»Vladimer und Verdacht? War sein Name nicht ein Synonym für Verdacht?« (Seite 391)
»Irgendwie hatten sie es geschafft, dass sich die Verhexung eher wie ein juckender Anzug anfühlte als wie eine Hülle aus Mist.« (Seite 407)
»Aber es sind gerade jene mit ihrer großen, gierigen Lebenskraft, die so viel von den Menschen in ihrem Umfeld verzehren, dass sie die größte Leere zurücklassen?« (Seite 437)

Bewertung:
Cover: ●●●●●
Schreibstil: ●●●●○
Idee: ●●●●●   
Charaktere: ●●●●○
Humor: ●●○○○
Romantik: ●●○○○
Spannung: ●●●◐○
Handlung: ●●●●○

Insgesamte Wertung: 8,2 / 10

Mehr Infos:
Leseprobe

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*Bild- und Textquelle: http://www.egmont-lyx.de/product_info.php/info/p4375_schattengeboren.html

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