Samstag, 27. April 2013

Rezension ♣ Girl Parts: Auf Liebe programmiert (John M. Cusick)

Bildquelle*

 Titel: Girl Parts: Auf Liebe programmiert
 Autor: John M. Cusick
 Reihe: /
 Genre: Dystrophie
 Verlag: Baumhausverlag / Lübbe
 Erscheinungsdatum: 25. November 2011
 Format: Hardcover
 Seitenzahl: 285 Seiten
 Preis: 12,99€
 ISBN: 978-3-8339-0024-2



Beschreibung:
Rose wird frei Haus geliefert. Denn sie ist kein normales Mädchen. Sie ist ein Roboter, eine Gefährtin, geschaffen um den einen Jungen für immer und ewig zu lieben, auf den sie programmiert wurde. So treffen sich Rose und David, bei dem eine soziale Störung festgestellt wurde. Rose ist nun dafür da, ihn zu lieben und ihm Sozialverhalten beizubringen, insbesondere das zwischen Jungs und Mädchen ...
Eine bittersüße Geschichte um das Bedürfnis nach Sex, Liebe und Freundschaft und die Frage: Was macht einen Menschen menschlich?

Gestaltung:
Das Cover ist in einem niedlichen rosa und weiß gehalten. Man sieht die Sakoraverpackung mit einem Mädchen, das vermutlich Rose darstellen soll. Der Rest des Buches trägt ein paar Aufkleber sowie Blubberfolie - eine schicke Idee.

Erste Sätze:
»Der Raum war leer und schwarz bis auf das blaue Auge des Computers und den gelben Spalt unter der Tür. Im Dunkel zeichneten sich Umrisse ab - die Kommode, ein Tisch, ein Bett mit Nachttisch daneben. Das Bett sah benutzt aus, die faltigen Lacken waren voller Krümel und Flecken von Tinte, Cola, Kaffee.«

Zum Buch:
HANDLUNG
Als sich ein Mädchen mit Tabletten selbst umbringt, es filmt und hunderte junge Menschen (darunter auch David) dabei zuschauen und nichts unternehmen, wird bei David Gefühlsarmut diagnostiziert. Von einer Firma erhält er eine Gefährtin, ein Robotermädchen namens Rose. Durch sie soll er lernen, mit Mädchen umzugehen. So bekommt er zum Beispiel durch den Annäherungs-Timer jedes Mal einen Elektroschock verpasst, wenn er zu forsch rangeht.

MEINUNG
David und Charlie sind zwei Jungs, die sich nicht mehr unterscheiden könnten: 
David gehört zu den reichen und beliebten Leuten der Schule, ist verwöhnt, arrogant und hat nur das eine im Kopf. Kurz gesagt: Er ist ein Arschloch. Durch Rose entwickelt er sich zum besseren, doch später wird er wieder zum Idioten. Sein Umgang mit Mädchen und seine Handlungsweisen, sowie Gedanken machen ihn durch und durch unsympathisch.
Charlie hingegen lebt zurückgezogen in der Natur, ohne Internet und anderen technischen Geräten. Er hat nur sehr wenige Kontakte und kaum Erfahrung mit Mädchen. Seine liebenswerte Art machten in mit der Zeit sympathisch.
Zu Rose kann ich nicht sonderlich viel sagen. Die meiste Zeit wurde sie sozusagen "gesteuert" und hatte keine eigenen Gefühle. Doch auch später wurde sie für mich nicht vollständig menschlich. Sie ist zwar nett, aber auch sehr naiv.
Die Charaktere im Allgemeinen waren für mich viel zu klischeehaft und auch flach. Ich konnte keine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen und habe so auch nicht richtig in das Buch reingefunden. Es war eher so, als würde ich von außen alles betrachten oder durch einen dicken Nebelschleier. Die meiste Zeit war es mir regelrecht egal, was passierte. Auch waren die Handlungsweisen oft unverständlich oder verwirrend.

Die Geschichte soll auf die Desozialisierung in unserer Gesellschaft durch den fortgeschrittenen Stand der Technik aufmerksam machen. Die Idee ist wirklich gut, aber an der Umsetzung habert es. Vieles läuft zu schnell ab oder wirkt unlogisch. Zudem hatte ich die Vorstellung, es würde hier eher in die Sci-Fi Richtung gehen. Dies war leider nicht der Fall. Aus der Idee mit den "menschlichen" Robotern hätte man wirklich viel rausholen können, statt dessen wurde daraus eine unwirkliche Teenager-Liebesgeschichte.

Cusicks Schreibstil ist durchschnittlich und lässt sich ganz gut lesen. Jedoch waren einige Abschnitte unverständlich oder sinnfrei - bei einigen Sätzen hatte ich das Gefühl, dass die Übersetzung hier nicht ganz korrekt sein kann. Auch waren die obszönen Begriffe in diesem Maß für meinen Geschmack etwas zu übertrieben, so dass ich schnell davon genervt war.

Das Ende ging für mich viel zu schnell und daher auch verwirrend. Alles war plötzlich Friede, Freude, Eierkuchen. David und Charalie haben ihre Mädchen und alle sind Glücklich. Irgendwie klischeehaft und einfallslos.
Auch habe ich erst durch andere Rezensionen mitbekommen, dass ganz am Ende im Buch steht, dass ein weiterer Band folgen wird, in dem man erfährt, wie es mit Rose weitergeht. Ich habe bis jetzt herausgefunden, dass es dafür nun ein kostenloses E-book gibt. Trotzdem finde ich es sinnlos, denn mit ein, zwei Kapiteln mehr hätte man das auch im Buch zusammenfassen können.

FAZIT
Von Girl Parts: Auf Liebe programmiert habe ich wirklich besseres erwartet und bin sichtlich enttäuscht. Ich konnte mich in die Handlung bzw. Charaktere nicht hineinversetzen. Alles wirkte so skizzenhaft und nicht vollständig. Auch verwirrten mich viele Dinge. Das Buch ist vielleicht eine nette Liebesgeschichte für zwischendurch, mehr aber auch nicht.

Sonstiges:
Girl Parts: Auf Liebe programmiert (Originaltitel: Girl Parts) ist John M. Cusicks erstes Buch. Abandon Changes ist die kostenlose E-Book Fortsetzung, die eine kurze Geschichte über Rose beinhaltet.

Bewertung:
Cover: ●●●●◐
Schreibstil: ●●●○○
Idee: ●●●○○   
Charaktere: ●◐○○○
Humor: ○○○○○
Romantik: ●○○○○
Spannung: ●◐○○○
Handlung: ●●◐○○

Insgesamte Wertung: 4,6 / 10

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1 Kommentar:

  1. Hey :)

    Geht mir genauso, ich muss Warm Bodies auch noch schauen. Keine Ahnung ehrlich gesagt, ob der hier noch läuft - wohl nicht, hmm :-/ Dann muss ich mich wohl auch mal auf die Suche machen, fürchte ich. ^^°
    Finde ich allerdings interessant, dass du über die Schauspielerin auf den Film und dann aufs Buch kommst - meistens ist das ja quasi anders herum, oder? :) Namentlich hat sie mir erst mal gar nichts gesagt, aber laut Wikipedia kenn ich sie doch schon aus "I am number four". Hast du den auch gesehen? Da würde mich deine Meinung auch mal interessieren, du scheinst ja auch recht kritisch mit sowas umzugehen. Im rein positiven Sinne gemeint ;-)!

    Hmm... also bei mir ist es ewig her, dass ich Rubinrot gelesen habe und die beiden Folgebände hab ich noch gar nicht angefangen (sollte ich?), daher kann ich nicht ganz beurteilen, ob man so schnell in der Story mitkommt oder ob ich einfach doch noch so viel Hintergrundwissen hatte, dass mir das relativ leicht gefallen ist. Beim Schauen fand ich den roten Faden aber doch ganz gut gemacht und vieles klärt sich glaube ich eh in den späteren Teilen. Vielleicht müsste ich den Film aber noch einmal sehen, um das vernünftig beurteilen zu können ;-)

    Haha, okay, auch das ist mir nicht aufgefallen :) Wie gesagt, das ist schon ne ganze Weile her. Sollte aber, denke ich, dafür sprechen, dass auch Romanfremde gut im Thema mitkommen; ich kann allerdings total verstehen, dass dich die Spoiler ärgern, wenn du sie als solche erkannt hast. :D Das fänd ich auch gar nicht lustig ^^ Spoiler sind echt eine böse Krankheit. x)


    Damit Liebe Grüße
    von der Winterzwiebel :)

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